Herpes in der Schwangerschaft - Herpesarten & Behandlung

in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft – Was ist zu beachten?

Herpes in der Schwangerschaft

Herpes in der Schwangerschaft

Herpes in der SchwangerschaftBei Herpes handelt es sich um eine Vireninfektion, die durch die Herpes-simplex-Viren ausgelöst wird. Diese Viren sind ca. 150 nm groß und gehören deshalb mit zu den großen Viren. Sie sind die Hauptverantwortlichen für Lippenherpes (HSV-1) oder auch für den Genitalherpes (HSV-2). Der Herpesvirus bleibt lebenslang im menschlichen Organismus, auch wenn bei einer Erstinfektion keine Symptome auftreten können. Der Lippenherpes ist die am meist verbreitete Version von Herpes, er wird hauptsächlich durch Speichelkontakt verbreitet oder durch Schmierinfektionen (Übertragung durch Berührung oder Kontakt von infizierten Objekten oder Lebensmitteln) schon ab dem Säuglingsalter. Diese Viren sind auf der ganzen Welt verbreitet, rund 90 % der Bevölkerung leidet unter Herpes, von denen viele Betroffene allerdings nichts bemerken können.

Lippenherpes in der Schwangerschaft

Lippenherpes drückt sich in den meisten Fällen durch schmerzhafte Bläschen am Mund aus, die auch Fieberbläschen genannt werden. Sie sind sehr infektiös und werden über den Speichel, sowie über den Inhalt dieser Bläschen übertragen. Die Bläschen jucken, schmerzen und vermehren sich sehr stark. Die Ansteckung entsteht nicht nur durch einen engen Körperkontakt wie Küssen, sondern schon durch eine gemeinsame Benutzung von einem Glas oder Besteck. Obwohl der Lippenherpes nach der akuten Phase meisten austrocknet und auch scheinbar ausgezeichnet abheilt, bleiben diese gefährlichen Viren lebenslang im Körper. Sehr viele Menschen haben sich schon im Säuglingsalter mit Herpes angesteckt, sind sich dessen aber nicht bewusst.

Schwanger und Genitalherpes?

Der Genitalherpes oder auch nur HSV-2 genannt, ist eine sexuell übertragbare Infektion, die vorwiegend über den Mund und die Geschlechtsorgane übertragen wird. Bei Genitalherpes bilden sich schmerzhafte oder juckende Bläschen an der Scheide (im Innen- und Außenbereich).

Wie gefährlich ist Herpes in der Schwangerschaft?

Wie allgemein bekannt ist, kommt es während einer Schwangerschaft zu einer Verminderung der Abwehrkräfte. Verminderte Abwehrkräfte können den Herpesvirus wieder aktivieren, d.h., dass sich neue Bläschen bilden können. Übrigens passiert das nicht nur bei einer Schwangerschaft sondern auch bei Stress, Verletzungen oder Monatsblutungen. Die Fieberbläschen kündigen sich in den meisten Fällen schon Stunden vorher durch ein starkes Kribbeln und ein unangenehmes Spannungsgefühl an. Der Lippenherpes in der Schwangerschaft ist relativ ungefährlich, allerdings sollte man vor allem bei Neugeborenen unbedingt bei einem Ausbruch vom Virus HSV-1 für einen guten Mundschutz sorgen, sowie auch auf eine konstante Desinfektion der Hände und aller Gebrauchsgegenstände achten. Lippenherpes ist dann gefährlich, wenn Babys oder Kinder ein geschwächtes Immunsystem haben. Genitalherpes in der Schwangerschaft dagegen kann zu Fehlgeburten oder auch zu schweren Erkrankungen der Neugeborenen führen. Bei einem Ausbruch von Genitalherpes wird in den meisten Fällen zu einem Kaiserschnitt geraten, wenn man sich in den letzten Tagen befindet. Eine Herpes simplex Infektion kann bei Neugeborenen zu Gehirnhautentzündung führen, oder zu lebensgefährlichen Leber- und Lungeninfektionen.

Wie können sich Neugeborene durch Genitalherpes anstecken?

Die meisten Infektionen bei Genitalherpes in der Schwangerschaft finden bei der Geburt statt. Die Infektion erfolgt beim Austreten des Geburtskanals, oder durch den engen Körperkontakt nach der Geburt. Die gefährlichen Viren können vor allem bei einer Erstinfektion auch über den Mutterkuchen übertragen werden. Ein Kaiserschnitt ist auch dann angebracht, wenn sich die Mutter 8 Wochen vor der Geburt mit Herpes ansteckt, da hier die Ansteckungsgefahr mit am größten ist.

Wie sieht es mit einer Diagnostik aus?

Besteht Verdacht auf Herpes während der Schwangerschaft, dann sollte man sich einer klinischen Diagnostik unterwerfen. Der Nachweis von Herpes in der Schwangerschaft wird in der Regel durch Mithilfe von Zellkuren gebracht, bei dem eventuell auch eine Bestimmung für mögliche Antikörper festgestellt werden kann. Die pränatale Diagnostik, bei der eine Fruchtwasserentnahme notwendig ist, oder sogar auch eine Nabelschnurpunkton ist nicht unbedingt empfehlenswert, aber im Fall von einer Erstinfektion mit Genitalherpes in der Frühschwangerschaft notwendig.

Wie ist die Behandlung bei Herpes in der Schwangerschaft?

Ist Herpes in der Schwangerschaft gefährlich?Herpes Genital-Infektionen werden in der Regel mit Aciclovir behandelt, einem sogenannten Virustatikum. Die Herpes Behandlung kann entweder oral, lokal oder auch intravenös stattfinden. Tritt Herpes in der Schwangerschaft zum Geburtstermin ein, dann wird in den meisten Fällen bei einer Erstinfektion von Lippenherpes die Verwendung von Aciclovir auch in den letzten Monaten der Schwangerschaft zugelassen. Handelt es sich allerdings um Genitalherpes in der Schwangerschaft, dann ist die Behandlung mit Aciclovir ab der 30. Schwangerschaftswoche möglich, mit einer Wiederholung kurz vor dem Entbindungszeitpunkt. Das Risiko ist bei einer Erstinfektion weitaus höher als bei einer reaktivierten Herpesinfektion, weshalb normalerweise kurz vor der Geburt ein Kaiserschnitt empfohlen wird.

Mit Herpes in der Schwangerschaft, und vor allem mit Genitalherpes in der Schwangerschaft ist überhaupt nicht zu spaßen, ganz im Gegenteil. Auf Hygiene sollte deshalb immer ein sehr großer Wert gelegt werden, egal ob es sich jetzt um Lippenherpes oder um Genitalherpes in der Schwangerschaft oder im Alltag handelt. Vorbeugung ist immer noch die beste Behandlungsmethode um Ansteckungsgefahren zu vermeiden. Herpesinfektionen machen sich übrigens dann stark bemerkbar, wenn das Immunsystem geschwächt ist. In vielen Fällen kann man diesen Systemschwächen aber durch eine gut ausgewogene und gesunde Ernährung entgegenwirken. Auch sportliche Aktivitäten an der frischen Luft oder mit professioneller Hilfe tragen positiv zu einem geschwächten Immunsystem und zu Schwangerschaftsgefahren bei.

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