in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft – Was ist zu beachten?

Scharlach in der Schwangerschaft

Scharlach in der Schwangerschaft

Scharlach in der SchwangerschaftWenn schwangere Frauen das Wort “Scharlach” hören, dann ruft es eine fast so alarmierende Reaktion hervor als würde von „Röteln“ gesprochen werden.
Im Gegensatz zu Röteln ist Scharlach in der Schwangerschaft jedoch in der Regel ungefährlich für das ungeborene Baby. Für die werdende Mutter hingegen kann Scharlach in der Schwangerschaft sehr gefährlich sein.
Scharlach wird durch Streptokokken der Lancefield-Gruppe A verursacht, durch Tröpfcheninfektion weitergegeben und ist daher hochansteckend. Die Inkubationszeit beträgt nur zwei bis vier Tage und die Krankheit äußert sich sehr plötzlich und stark. Unter diesen Streptokokken muss es einen Bakteriophagen geben, der das Scharlach-Toxin produziert. Wenn Dieser nicht vorhanden ist, so bekommt man nur eine Mandelentzündung, deren erste Anzeichen (Fieber, belegte Zunge) ähnlich sind.

Anzeichen für Scharlach in der Schwangerschaft

Erste Anzeichen für Scharlach sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und / oder ein weißer Belag auf der Zunge.
Die Zunge färbt sich nach ein bis zwei Tagen Himbeerrot.
Auch tritt nach sehr kurzer Zeit ein Ausschlag auf, der sich zuerst auf dem Brustkorb zeigt und sich später über den ganzen Körper ausbreitet. Dieser Ausschlag ist pelzartig und besonders in der Leistengegend und den Achseln sehr stark ausgeprägt.
Der Mund und das Kinn sind davon nicht betroffen und wirken daher sehr blass, dieser Effekt wird auch „Milchbart“ genannt.
Nach einiger Zeit beginnt die Haut sich zu schälen, ganz besonders an den Händen und Füßen.
Seit der Entdeckung von Antibiotika hat Scharlach jedoch sehr an Schrecken verloren, denn mit dieser Behandlung wird den erschreckenden Komplikationen vorgebeugt.
Komplikationen ohne Behandlung mit einem Antibiotikum reichen von Mittelohrentzündung über Lungenentzündung bishin zu Schäden an Herz und Nieren. Mit Antibiotika, meistens Penicillin, kann Scharlach sehr effektiv und schnell behandelt werden und ist in der Regel nach 10 Tagen ausgeheilt. Mit dieser Behandlung sind Betroffene schon nach 24 bis 48 Stunden nicht mehr ansteckend.
Wer eine Allergie gegen Penicillin hat, muss sich jedoch keine Sorgen machen, denn es gibt auch andere Antibiotika, die ebenso wirksam sind.
Ohne Antibiotika hält Scharlach in der Schwangerschaft etwa drei Wochen an und ist, bis zum verschwinden aller Symptome, ansteckend.

Besonderheiten beim Scharlach in der Schwangerschaft

Frau Scharlach in der Schwangerschaft von der SeiteWährend Scharlach an sich schon sehr unangenehm ist, so kann Scharlach in der Schwangerschaft, unbehandelt, für die Schwangere sehr gefährlich werden.
Komplikationen die auftreten können, wenn Scharlach in der Schwangerschaft nicht oder unzureichend behandelt bzw. verschleppt wird, sind Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung, Nierenentzündung und rheumatisches Fieber. Daher ist es sehr wichtig, bei den allerersten Anzeichen, sofort zum Arzt zu gehen. Ein einfacher, schneller Test wird zeigen ob es sich tatsächlich um Scharlach oder nur um eine Mandelentzündung handelt. Der Arzt wird, auch bei Scharlach in der Schwangerschaft, ein Antibiotikum verschreiben. Es gibt einige sehr wirksame Antibiotika, die dem ungeborenen Baby nicht schaden und daher völlig unbedenklich sind. Wenn Sie trotzdem Bedenken haben, so lassen Sie sich gerne die Wirkungsweise vom Arzt erklären.

Impfungen gegen Scharlach

So manche Frau wird sich nun denken: „Ja wenn es so gefährlich ist, lasse ich mich eben vor der Schwangerschaft impfen.“
Leichter gesagt als getan! Es gibt derzeit keine wirksame Impfung gegen Scharlach. Grund dafür ist, dass die Erreger sehr unterschiedlich sind. Das einzige „Mittel“ das hilft, Scharlach vorzubeugen, ist sich von erkrankten Menschen fernzuhalten.

Rechtliches zum Thema Scharlach

Ob nun Scharlach in der Schwangerschaft oder zu einem anderen Zeitpunkt, es gibt derzeit in Deutschland kein Gesetz, dass eine Meldung der Erkrankung vorschreibt.
Jedoch haben einige Bundesländer (Sachsen und Thüringen) das Infektionsschutzgesetz per Landesverordnung ausgeweitet. Dies bedeutet, dass die Erkrankung in diesen Bundesländern gemeldet werden muss und sich Erkrankte nicht in Schulen, Kindergärten, bei der Arbeit oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten dürfen.
In Österreich gibt es eine strenge Meldepflicht. Paragraph Eins, des Epidemiegesetzes sagt aus, dass an Scharlach erkrankte Menschen gemeldet werden müssen. Diese Meldung übernimmt der Arzt.


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